Pheed – Wer braucht mehr als ein Social Network?

2 Kommentare

Veröffentlicht am 16 Oktober 2012 von Armin Raupbach in Allgemein | Technology

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Werfen wir einmal einen Blick auf den typischen Digital Native von heute: Dieser greift sowohl stationär, als auch mobil auf eine Reihe von sozialen Diensten zu. Er schreibt Status Updates (verfasst also Text), nimmt Fotos und Videos auf, checkt ein und teilt diese Inhalt mit seinen Freunden. Im Gegenzug konsumiert er multimediale Inhalte, die vorher durch das entsprechende Netzwerk auf seine Interessen und Vorlieben hin “vorgefiltert” werden. Eine lose Auswahl der Dienste:

  • Facebook/Twitter/Google+ – Texte in Form von Updates und Kommentaren,
  • Instagram/Pinterest – schnelles, umkompliziertes Teilen von Fotos und Grafiken
  • Foursquare – Check-Ins und Location-based Services
  • YouTube/Vimeo – Hochladen, Teilen und Konsumieren von Videos
  • Soundcloud/Shazam – soziales Netzwerk für Musik
Es gibt ja natürlich unzählige weitere Dienste, die auf die eine oder andere kreative Weise mit den genannten Medien umgehen. Allen gemein ist, dass sich zumeist auf ein Medium konzentiert wird.

Einen völlig gegensätzlichen Ansatz verfolgt Pheed, ein neues soziales Netzwerk, dass wie eine wilde Mischung aller gängigen Plattformen daherkommt. Generell findet sich das bewährte Timeline-Konzept wieder. Ich als Nutzer kann selbst alle möglichen Inhalte (Texte, Audio, Video, Links, etc.) auf meiner Timeline teilen und erhalte Updates aller Timelines von Freunden in einem Newsfeed.

Das allein mag ja nicht so spektakulär klingen. Doch ein Feature macht Pheed wirklich besonders. Nutzer haben die Möglichkeit,  ihre Timeline nur gegen Gebühr für andere Nutzer abonnierbar zu machen. Für ein Abonnement oder eine einmalige Gebühr kann der Nutzer so auf exklusive Inhalte zugreifen. Mit einer Reihe von prominenten Nutzern, wie Chris Brown, David Guetta und Ashley Tisdale versuchen die Betreiber von Pheed dieses Modell zu Marktstart attraktiv zu gestalten.

Pheed geht weg von dem von iTunes und anderen Online-Plattformen bekannten Pay-per-Content und versucht sich an einer monetären Beteiligung der Inhaltsersteller. Es bleibt abzuwarten, inwiefern dies aus urheberrechtlicher Sicht unbedenklich ist. Interessant außerdem, inwiefern es Nutzern gelingen mag, ihre Timeline mit Inhalten so attraktiv zu gestalten, dass Nutzer bereit sind, dafür einen gewissen Beitrag zu zahlen. Hier trifft besonders das Zusammenspiel mit dem Live-Broadcasting-Feature in Erscheinung. Dennoch ein innovativesKonzept, wie wir finden. Laut Betreiber ist Pheed die logische Evolution des Social Web:

“That whole model where people pay x amount for a video or song is a bit outdated,” he says. “What social media is today is about selling bits and pieces of peoples’ lives. It’s not necessarily selling that one song, it’s selling access to me. The wheel had to come about before the car. There are stages, like how Friendster came, then MySpace, then Facebook, each one improving on and adding to the format. There was Twitter and now Pheed–the evolution of a genre.”

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt bereits flattr mit so genannten Social Micropayments. Ähnlich eines Social Plugins, was in einen Blog eingebunden werden kann, kann man so Lesern die Möglichkeit geben, dem Autor eines lesenswerten Beitrags mit einem Klick eine kleine monetäre Wertschätzung zukommen zu lassen. Pheed professionalisiert nun dieses Konzept.

Was haltet Ihr von dem Konzept? Für welche Inhalte wärt ihr bereit, einen monetären Beitrag zu leisten? Wir sind gespannt, wie sich Pheed entwickeln wird.

2 Kommentare
  1. Susanne Munzke :

    Eine interessante Idee, für Dich ich mich durchaus erwärmen könnte.
    IM gegenzug natürlich auch der “Deal” mit eigenen Beiträgen etc.

    7 November 2012 um 10:50

  2. Armin Raupbach :

    Die Frage, die sich mir dabei stellt: Wie könnten relevante Beiträge aussehen, für die User wirklich Geld in die Hand nehmen? Besonders vor dem Hintergrund, dass konventionelle Zeitungen noch immer nach tragfähigen Preismodellen für digitale Inhalte suchen, also hier eine von vornherein niedrigere Zahlungsbereitschaft besteht.

    7 November 2012 um 13:02

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