Auf Besser2.0 hat sich unser Kollege Frank Wolf in seinem aktuellsten Artikel einer Entwicklung gewidmet, die im Verlauf der letzten Zeit stärker zu beobachten war: Die Trennung beruflicher von privaten (Social Media) Auftritten im Web. Wie Ulf in seinem letzten Artikel schon angedeutet hat, ist zu erwarten, dass die Phase des Ausprobierens im Social Web so langsam zu Ende geht und sich die Nutzer auf einige wenige Services “einschießen” werden. Welche Services und Kanäle das sind, das muss freilich jeder selbst entscheiden. Wir gehen jedoch fest davon aus, dass Facebook in dieser Entwicklung wieder eine tragende Rolle spielen wird.
Mitte Dezemeber ist Facebook ja für eine kurze Zeit down gewesen und die Folge dessen war, dass für ca. 45 Minuten zukünftige Features schon verfürbar waren. Facebookmarketing.de war schnell genug, schon mal Screenshots von einem wesentlichen Feature zu machen, das genau diese Trennung von beruflichen und privaten Social Media Auftritten auch beim Riesen aus Palo Alto ermöglichen wird: Die Trennung von privaten Accounts und Unternehmensseiten (Fanpages). In ihrem Artikel haben die Jungs von Facebookmarketing.de auch die dadurch bedingten Funktionen und Features aufgelistet. Sehr lesenswert.
Wir selbst erwarten dieses Feature sehnsüchtig, denn bisher ist es für alle Betreiber einer Facebook Unternehmensseite manueller Aufwand, zu tracken, ob auf der Seite Kommunikation stattfindet oder nicht. Nun wird dieser Aufwand natürlich immens, je mehr Fans eine Seite hat und oft wird man dem eigenen Anspruch, mit den Fans in Dialog zu treten, einfach auf Grund technologischer Restriktionen nicht gerecht. Das Update ermöglicht dann auch, auf der Fanpage unter dem eigenen Namen Kommentare zu veröffentlichen und so seine persönliche Meinung kundzutun, die sich ja nicht zwingend mit den anderen Administratoren der Seite decken muss.
Man kann gespannt sein auf diese Entwicklung, berufliche von privaten Accounts zu trennen. Schlafen dann private Accounts vielleicht bald ganz ein, weil nur noch Sachen à la “es gab leckeren Fisch zum Abendessen” gepostet werden? Was denken Sie?
Sollte private und berufliche Sichtbarkeit im Web besser getrennt werden? | Besser 2.0 :
[...] Die Frage ist aktuell eher, wie geht es technisch? Wer als Absender bei Twitter schon selbst filtern will, wird sich wohl mindestens zwei Konten anlegen müssen. Facebook bietet mit Listen die Möglichkeit, seine Freunde zu gruppieren und Updates dann nur für bestimmte Listen freizugeben. Obwohl etwas umständlich zu benutzen, kommt das der Anforderung schon recht nahe. Ein zweiter Schritt hin zur besseren Trennung von privaten und beruflichen Meinungen und Identitäten ist geplant, mehr Details dazu auf Socialmediaevolution. [...]
10 Januar 2011 um 13:36
Jan A. Poczynek | menschen teams organisationen :
ich halte die trennung von berufs- und privatleben für eine illusion!
aus einer personenzentrierten perspektive – und darum geht es bei social media ja vorrangig – werden wir uns von dieser trennung wieder verabschieden und uns dem annähern, wie es jahrtausende der fall war:
=> person = mitmensch, verwandter, “dorfbewohner”, freund, feind, kollege, spezialist, kind und viele rollen mehr…
denn es ist mit sicherheit ungesund entweder seine persönliche identität hauptsächliche über die professionelle betätigung zu definieren, oder auch sich als persönlichkeit in berufliche und private person zu “spalten” und das mental getrennt auszuagieren.
somit gebe ich dieser prognose langfristig 0 punkte ;o)
sunshine!
Jan A. Poczynek
10 Januar 2011 um 15:19
Mario Grobholz (via facebook) :
Es gibt im Social Web heute bereits und auch zukünftig keine echte Trennung zwischen “privat” und “beruflich”. Vielmehr erfolgt die Einordnung durch den Betrachter, also der Person die sich für mich interessiert. Sich darauf zu verlassen durch technische Funktionen (Listen, Privacy Settings, …) eine Trennung sicherzustellen wäre fahrlässig, denn die “schützen” nur so lange wie die Funktionen auch zuverlässig arbeiten und auch künftig noch angeboten werden (Bugs, neues Release, Änderung AGBs, …). Viel gravierender ist jedoch unsere fehlende Disziplin einzustufen, welche es auf Dauer verhindern wird eine konsequente “Trennung” durchzuziehen.
10 Januar 2011 um 22:07
Socialmediaevolution (via facebook) :
@Franco: Schön, dass wir einen kleinen Teil dazu beisteuern können
@Mario: Interessanter Punkt mit der Disziplin. Die Möglichkeit, bei Facebook Listen für die Empfänger meiner Nachricht einzustellen, ist zwar technologisch gegeben, aber extrem aufwändig in der Umsetzung. Nicht gerade disziplinfördernd. Mal sehen, was da noch kommt…
11 Januar 2011 um 08:10
Martin Wanitschke :
Hallo Herr Poczynek, vielen Dank für Ihren Beitrag. Meinen Sie, die Möglichkeiten, die Facebook und Co. (demnächst) für die Trennung der Accounts anbieten, sind gar nicht wirklich anwendergetrieben und werden daher ungenutzt bleiben?
Viele Grüße
Martin Wanitschke
11 Januar 2011 um 08:14
Domingos :
Ich würde Jan A. Poczynek zustimmen. Vor allem Freelancer trennen kaum noch zwischen privat und beruflich, vor allem nicht auf dem gleichen netzwerk. Ich kann mir vorstellen, dass die Leute Xing eher beruflich und Facebook eher privat nutzen und einen weiteren Kanal zur Mischung verwenden. Mehrere Netzwerke untereinander noch in privat und beruflich zu spalten ist aufwendig und fehleranfällig. Wenn ich bei Facebook jedes Mal entscheiden müsste, das darf mein Kunde sehen, das darf mein Bekannter sehen, das darf mein Freund sehen, es klingt schon beim Beschreiben des Prozesses ziemlich fehleranfällig.
11 Januar 2011 um 17:23
Martin Wanitschke :
Hallo Domingos, vielen Dank für den Beitrag. Sie haben vollkommen Recht, nicht nur der Prozess ist schwierig, sondern auch die heute schon von Facebook gegebenen Möglichkeiten zur Erstellung von Listen für die Empfänger meiner Botschaft sind nur aufwändig bedienbar. Wie ist das konkret in Ihrem Fall. Führt es dazu, dass Sie die eine oder andere private Nachricht, die Ihre Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeiter, etc. nicht sehen sollten, dann erst gar nicht bei Facebook posten? Oder verkehren Sie eher nach der Devise ‘Wen es stört, der braucht es ja nicht zu lesen’?
11 Januar 2011 um 19:16
Tim Schmidt (via facebook) :
für mich ist das Thema auch ganz klar mit “getrennt” zu beantworten
17 Januar 2011 um 10:54
Alexander Stocker :
Ich hab zu Beginn auf die strikte Trennung geachtet: Xing, Linkedin und Twitter für berufliches Kontaktmanagement und Facebook für die private Kommunikation. Mit der Zeit nehmen Überschneidungen allerdings immer mehr zu. Bisher habe ich noch in keinem Bereich einen Nachteil durch zu viel Transparenz etc. erlebt.
Viele Grüße aus Graz,
Alexander Stocker
21 Januar 2011 um 13:52